Frank will nicht die Hände waschen

Für unsere kleinen Freunde: Das Exi-Buch der Woche

Oder lieber von Mutti vorlesen lassen?

Frank will heute seine Hände nicht waschen. Von Mutti lässt er sich nichts sagen. Erst recht nicht, wenn sie schon weint. Vati sagt immer „Nach dem Klo und vor dem Essen, Hände waschen nicht vergessen“ und erzählt von Bakterien und Viren, die krank machen. Aber Frank glaubt den beiden kein Wort, denn er ist schon groß! Da hilft auch kein gutes Zureden. Frank stellt sich vor den Spiegel und stampft mit dem Fuß auf. Zornig sieht er aus und das gefällt ihm. „Das lasse ich mir nicht gefallen!“ brüllt er, und dann noch: „Abendland! Arbeitfrei! Stalingrad!“, denn sowas sagt Opa auch immer, wenn er zornig wird.

Er knallt die Tür vom Kinderzimmer zu. „Na und, dann werde ich eben krank und sterbe!“, schreit er. Das fühlt sich ganz schön mutig an. Er schaut aus dem Fenster. Draußen geht Jenny vorbei. Schnell öffnet er das Fenster und ruft: „Hilfe, Jenny, ich werde von meinen gemeinen Eltern zum Händewaschen gezwungen. Der Michel aus Lönneberga muss das auch nicht machen! Gemein!“ Aber Jenny winkt nur und sagt: „Händewaschen ist doch nicht schlimm!“ Da wird Frank noch wütender, denn niemand will ihn verstehen.

Er holt seine Kindertrompete und pustet hinein, so doll er kann. Einige Leute drehen sich verwundert um. Die meisten lächeln nur und eine nette Frau sagt: „Du hast aber eine schöne laute Trompete!“ Nun wird Frank zornig und schreit: „Nein, es geht um Leben und Tod! Seife! Wir werden alle sterben!“ Die Leute schauen jetzt besorgt und die Frau fragt: „Geht es dir gut? Was ist denn passiert? Sind deine Eltern zu Hause?“ Aber das macht Frank erst recht wild: „Eltern, nein, nein… ich will alleine... sterben! In Würde!“ Dabei lässt er sich theatralisch aufs Fensterbrett sinken. Die Leute versuchen sich das Lachen zu verkneifen, die meisten gehen weiter. „Gut gespielt, kleiner Mann, ich habe einen richtigen Schrecken bekommen!“ sagt die nette Frau noch im Gehen. Aber Frank hört sie schon nicht mehr, weil ihn sein Spiel so ergriffen macht, dass er vor Rührung sogar ein Bisschen weinen muss.

Da kommt Mutti hinein, die das ganze Theater durch die Tür mitbekommen hat. Als sie ihn in den Arm nehmen will, wehrt er sich noch kurz und brüllt, aber dann lässt er es einfach geschehen. „Du bist mir ja ein Schauspieler! Na gut, wenn du deine Hände heute nicht waschen willst, machen wir mal eine Ausnahme.“ Aber Frank hört sie kaum noch, denn er ist schon ganz erschöpft in ihren Armen eingeschlafen. Mutti legt ihn ins Bett und schaut im Gehen noch mal liebevoll zurück: „Schlaf schön, mein großer Künstler!“

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